Media Office
Das zentrale Medienbüro
| H. 5 Dhu al-Hijjah 1447 | No: 1447AH/082 |
| M. Freitag, 22 Mai 2026 |
Presseverlautbarung
Ihr Muslime! Verpasst nicht die Gelegenheit, die neue Weltordnung zu formen – ihr seid ihre rechtmäßigen Träger und durch eure gewaltige Ideologie gewiss dazu imstande!
(Übersetzt)
Kürzlich absolvierte der russische Präsident Wladimir Putin einen Staatsbesuch in China. Zum Abschluss dieses Treffens wurde eine gemeinsame Erklärung mit mehr als vierzig Punkten veröffentlicht, in der beide Länder weitreichende Abkommen und Vereinbarungen verkündeten. Bemerkenswert an diesem Kommuniqué ist jedoch die gemeinsame Forderung beider Staaten nach einer neuen, multipolaren Weltordnung. Auffällig ist zudem, dass Putins Reise nach China im direkten Anschluss an einen dortigen Besuch des US-Präsidenten Donald Trump stattfand. Unmittelbar nach Putins Abreise wurde des Weiteren bekannt gegeben, dass der chinesische Präsident einen Staatsbesuch in Nordkorea plant.
Unabhängig von den geopolitischen Zielen und den versteckten Botschaften dieser diplomatischen Manöver stellt das Zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir die folgenden Punkte fest:
Erstens: Seit dem Zweiten Weltkrieg leidet die Welt unter Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Kolonialismus – eine direkte Folge der amerikanischen Hegemonie und ihrer Führung des westlich-kapitalistischen Blocks gegen den östlich-kommunistischen Block während des Kalten Krieges. Dieser Zustand hielt bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion in den frühen 1990er Jahren an. Daraufhin schwang sich Amerika zur unangefochtenen Weltmacht auf. Es etablierte eine koloniale Weltordnung, die sich auf ein globales Netzwerk von Instrumenten stützt: darunter die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, willfährige Vasallenherrscher sowie die heuchlerischen Parolen von Menschen-, Kinder- und Frauenrechten.
Zweitens: Die Muslime waren und sind die größten Opfer dieser Weltordnung, die Amerika einzig und allein zur Festigung seiner globalen Vorherrschaft und zur rücksichtslosen Ausplünderung der Weltmassen errichtet hat. Unter fadenscheinigen Vorwänden marschierte es in islamische Länder ein, massakrierte Millionen von Menschen – insbesondere in Afghanistan und im Irak – und installierte dort Marionettenregime. Ebenso stützte es die bestehenden Vasallenherrscher in der gesamten islamischen Welt, um deren Ressourcen weiter ausbeuten zu können, die Einheit der Muslime zu verhindern und die Errichtung des Kalifats zu blockieren. Erst kürzlich hat es zudem, gemeinsam mit seinem Anhängsel, einen Krieg gegen den Iran entfesselt.
Drittens: Putins Besuch in China wurde von dreitägigen russischen Militärmanövern flankiert, bei denen die nukleare Schlagkraft demonstrativ zur Schau gestellt wurde. Dies geschah in der irrigen Annahme, dass militärische Stärke allein ausreicht, um geopolitische Präsenz zu erzwingen und die Weltpolitik neu zu ordnen. Es spiegelt eins zu eins die prahlerische Rhetorik Trumps wider, der behauptet, über die stärkste Armee der Welt zu verfügen. Sie alle folgen derselben anmaßenden Mentalität wie einst das Volk von ʿĀd, das hochmütig sprach:
(مَنْ أَشَدُّ مِنَّا قُوَّةً)
Wer ist an Kraft stärker als wir?(41:15)
Doch die unmissverständliche göttliche Antwort lautete:
(أَوَلَمْ يَرَوْا أَنَّ اللَّهَ الَّذِي خَلَقَهُمْ هُوَ أَشَدُّ مِنْهُمْ قُوَّةً)
Haben sie denn nicht gesehen, dass Allah, der sie erschaffen hat, an Kraft stärker ist als sie? (41:15)
Viertens: Die russisch-chinesische Erklärung stützte sich in vielen ihrer Punkte auf die von Amerika ins Leben gerufenen Vereinten Nationen sowie auf weitere internationale Bündnisse wie die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), die BRICS-Staaten und die Eurasische Wirtschaftsunion. Damit bedienen sie sich exakt derselben westlichen Methodik der Block- und Bündnisbildung, die der Welt seit dem Zweiten Weltkrieg unendliches Elend gebracht hat.
Fünftens: Es darf kein „Völkerrecht“ im Sinne eines bindenden Rechtssystems geben, das den Staaten übergeordnet ist, ebenso wenig wie einen globalen Superstaat, der die Weltgeschicke diktiert. Jeder Staat besitzt seine unantastbare Souveränität und Entscheidungsgewalt, der sich keine externe Autorität überordnen darf. Stattdessen darf es lediglich internationale Übereinkünfte geben, auf die sich Staaten auf Augenhöhe einigen, um gemeinsame Angelegenheiten zu regeln – ähnlich dem Ḥilf al-Fuḍūl („Pakt der Tugendhaften“). Dies war ein Bündnis, dem der Gesandte Allahs (s) noch vor seiner Prophetenschaft beiwohnte und in dem sich verschiedene Stämme verpflichteten, den Unterdrückten beizustehen. Nach seiner Berufung zum Propheten sagte er (s) hierüber:
«لَقَدْ شَهِدْتُ فِي دَارِ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ جُدْعَانَ حِلْفًا، مَا أُحِبُّ أَنَّ لِي بِهِ حُمْرَ النَّعَمِ، وَلَوْ أُدْعَى بِهِ فِي الْإِسْلَامِ لَأَجَبْتُ»
„Ich war im Haus von ʿAbdullāh bin Ǧudʿān Zeuge eines Bündnisses, das ich nicht einmal gegen rote Kamele eintauschen wollte; und würde ich im Islam zu einem solchen (Bündnis) gerufen, ich würde dem Ruf folgen.“ (Al-Baihaqī)
Sechstens: Wir rufen den Muslimen das eklatante Scheitern des kapitalistischen Systems in Erinnerung, auf dem Amerika und Europa gründen, und verweisen auf das gewaltige Leid, das es über die Welt im Allgemeinen und über die Muslime im Besonderen gebracht hat. Gleichzeitig stellen wir unmissverständlich klar, dass die aufsteigenden Großmächte – Russland und China – keine alternative Ideologie in sich tragen; auch sie agieren vollständig innerhalb der kapitalistischen Weltanschauung. In der Abwesenheit des Kalifats und unter der Vorherrschaft des Kapitalismus basieren die internationalen Beziehungen einzig und allein auf nackten Interessen, Ausbeutung, Ressourcenkriegen und blutigen Konflikten, die Millionen von Menschenleben gefordert und Ströme von Blut vergossen haben.
Letztlich ist niemand würdiger und berufener als ihr, ihr Muslime, um ein gerechtes internationales System zu errichten, das auf wahrer Gerechtigkeit, dem kompromisslosen Beistand für die Unterdrückten und der Errettung der Notleidenden fußt. Ihr allein besitzt die wahrhaftige, von Allah (t), dem Allmächtigen, offenbarte Ideologie. Es ist exakt jene Ideologie, die die Welt über zwölf Jahrhunderte hinweg regierte und unter der die Menschheit die Gerechtigkeit des Islam erfuhr – unabhängig von Religion oder Herkunft. Diese historische Tatsache bezeugte die ganze Welt, Freund wie Feind gleichermaßen.
Sagt nicht, ihr wäret zu schwach oder zu zersplittert! Ihr seid absolut imstande, die historische Initiative zu ergreifen, indem ihr das Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums errichtet – eben jenes Kalifat, zu dessen Errichtung Hizb-ut-Tahrir euch unablässig aufruft. Darin liegt eure Ehre im Diesseits und eure Errettung im Jenseits, und darin liegt die unabdingbare Befreiung der gesamten Menschheit von der Tyrannei des Kapitalismus. Eilt also, um an der Seite von Hizb-ut-Tahrir zu wirken, und unterstützt diese gewaltige Aufgabe.
(وَلَيَنصُرَنَّ اللَّهُ مَن يَنصُرُهُ إِنَّ اللَّهَ لَقَوِيٌّ عَزِيزٌ)
Und Allah wird ganz gewiss denjenigen unterstützen, der Ihn unterstützt. Wahrlich, Allah ist stark und allmächtig.(22:40)
Das Zentrale Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
| المكتب الإعلامي لحزب التحرير Das zentrale Medienbüro |
عنوان المراسلة و عنوان الزيارة Al-Mazraa P.O. Box. 14-5010 Beirut-Libanon تلفون: +961 71 72 4043 www.muslimworld.today |
فاكس: +961 13 07 594 E-Mail: media@muslimworld.today |



