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بسم الله الرحمن الرحيم

 

Im Namen Allahs, des Erbarmungsvollen, des Barmherzigen

Antwort auf eine Frage

Der amerikanisch-iranische Krieg und der Status des Iran

Frage:

Die amerikanischen Angriffe auf den Iran sowie die iranischen Reaktionen auf diese Angriffe dauern nun seit mehr als drei Monaten an. Das US-Zentralkommando erklärte, es habe präzise Luftschläge gegen eine iranische militärische Bodenkontrollstation auf der Insel Qeschm durchgeführt. Im Gegenzug gab die Iranische Revolutionsgarde bekannt, sie habe einen amerikanischen Militärstützpunkt in der Region angegriffen. (Aljazeera, 03.06.2026). Und auch die Angriffe der zionistischen Entität auf den Südlibanon gehen unvermindert weiter. Die nächtlichen Gefechte zwischen „Israel“ und der Hisbollah im Südlibanon hielten an, obwohl Trump erklärt hatte, beide Seiten hätten einem Waffenstillstand zugestimmt, noch bevor heute in Washington eine neue Verhandlungsrunde zwischen dem Libanon und Israel stattfinden sollte. (BBC, 02.06.2026). Bereits am 28.02.2026 hatten die Vereinigten Staaten gemeinsam mit ihrem Schützling, der zionistischen Entität, eine Aggression gegen den Iran begonnen, die rund vierzig Tage andauerte. Dabei wurden etwa vierzig hochrangige politische und militärische Funktionäre getötet, darunter auch der Oberste Führer Ali Khamenei. Ziel dieser Operation war es, das iranische Regime zu stürzen oder den Iran von einem Staat, der im Orbit kreist in einen abhängigen Staat zu verwandeln. Doch dies trat nicht ein. Im Anschluss fanden in Pakistan indirekte Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA statt. Diese wurden von wechselseitigen Vorschlägen begleitet, ebenso wie von Angriffen seitens der USA und ihres Schützlings, des Zionistengebildes sowie der iranischen Gegenreaktionen. Bislang konnte jedoch über keinen der vorgelegten Vorschläge Einigung erzielt werden. Welche Stellung nimmt der Iran gegenwärtig ein? Ist er inzwischen zu einem unabhängigen Staat geworden, oder ist er weiterhin ein Staat, der im Orbit kreist? Oder befindet er sich in einem Schwebezustand zwischen diesen beiden Möglichkeiten? Möge Allah dich reichlich belohnen.

Antwort:

Um die oben aufgeworfenen Fragen zu beantworten, wollen wir folgende Sachverhalte näher untersuchen:

1. Als die USA gemeinsam mit der zionistischen Entität am 28.02.2026 ihre Aggression gegen den Iran begannen und dabei rund vierzig politische und militärische Führungspersönlichkeiten töteten, darunter den Obersten Führer Ali Khamenei als höchsten Repräsentanten des Staates, hat dies stark darauf hingedeutet, dass die USA mit der iranischen Führung und ihrer Politik unzufrieden waren. Sie beabsichtigten offenbar, diese Führung zu beseitigen und die bisherige politische Linie zu verändern, da Washington bei ihr gewisse Unabhängigkeitstendenzen wahrgenommen hatte. Aus diesem Grund wollten sie Führungskräfte an die Macht bringen, die den USA gegenüber gefügig wären. So erläuterten wir bereits in der Antwort auf eine Frage vom 04.04.2026 mit dem Titel „Die Aggression gegen den Iran“:

Es scheint, dass sich die USA und die zionistische Entität verkalkuliert haben. Als sie ihre Aggression gegen den Iran begannen, war zu erkennen, dass sie den Konflikt auf eine kurze Dauer angelegt hatten – geschätzt auf etwa vier Tage. Getragen war dies von der Vorstellung eines massiven Überraschungsangriffs, der auf die Ausschaltung der obersten Führung, auf die nuklearen Einrichtungen sowie auf die Zentren der Raketenproduktion und -stationierung ausgerichtet war. Sie gingen davon aus, dass mit der Eliminierung der Führungsspitze und der ersten Entscheidungsebene die nachgeordneten Ebenen kapitulieren und sich ihren Bedingungen unterwerfen würden – ähnlich wie im Fall von Venezuela, als US-Kräfte den Präsidenten entführten und seine Stellvertreterin mit ihrem Umfeld sich den Vereinigten Staaten unterwarf. Diese Erwartung erfüllte sich im Falle des Irans jedoch nicht. Nach der Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei sowie weiterer Führungspersönlichkeiten des Regimes bewahrten die Revolutionsgarden die Kontrolle, entschieden sich zum Widerstand und gingen zum Gegenangriff über. In der Folge kam es zu einem Bruch der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, der zuvor in ihrem Orbit kreiste. Die USA streben eine grundlegende Neugestaltung dieser Beziehung an, andernfalls hätten sie eine derartige Aggression nicht durchgeführt und auch der zionistischen Entität nicht erlaubt, zentrale Schlüsselpersonen zu töten, allen voran den Obersten Führer. Dies legt nahe, dass die Vereinigten Staaten darauf abzielten, die bisherige politische Rolle des Iran als Staat, der im Orbit kreist, in einen gefügigen Vasallenstaat zu verwandeln, dem sie in künftigen Verhandlungen ihre Bedingungen diktieren können. Da sie nun dieses Ziel nicht erreicht haben, entschieden sie sich dazu, den Krieg fortzusetzen.

Die derzeitige Situation des Iran ist durch einen Bruch mit den Vereinigten Staaten gekennzeichnet. Lediglich einige telefonische Kontakte zwischen Verantwortlichen der Außenministerien beider Staaten sowie indirekte Verbindungen über einen Drittstaat – beispielsweise Pakistan – bestehen weiterhin.

2. Die iranische Reaktion erwies sich als durchaus wirkungsvoll. Teheran lehnte es ab, in Bezug auf sein Atomprogramm oder die Kontrolle über die Straße von Hormus nachzugeben oder Zugeständnisse zu machen. Das iranische Außenministerium erklärte, seine Antwort habe ein Ende der Kampfhandlungen auf allen Fronten gefordert, einschließlich des Libanon-Konflikts, ferner die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade gegen iranische Häfen sowie die Freigabe der im Ausland eingefrorenen iranischen Vermögenswerte, die seit Jahren aufgrund von Sanktionen blockiert sind (Al Arabiya, 12.05.2026). All dies legt nahe, dass die von der amerikanischen Administration angewandten Methoden im Umgang mit dem Iran und ihre Bemühungen, das Land in einen Staat zu verwandeln, der in einem Abhängigkeitsverhältnis steht, bislang keinen Erfolg hatten. Dies erklärt auch, weshalb Äußerungen amerikanischer Regierungsvertreter zunehmend erkennen lassen, dass sie in der Iran-Frage auf einen langfristigen Kurs setzen.

3. Da Trump sein gegenüber dem Iran festgesetztes Ziel durch die vierzigtägige Militäraggression und die Tötung zahlreicher Führungspersönlichkeiten der ersten und zweiten Reihe nicht erreicht hatte, legte er einen Fünfzehn-Punkte-Plan vor. Bereits aus dessen Inhalt wird deutlich, dass es sich um einen Kapitulationsplan handelte! Er bedeutete nichts anderes, als den Iran seiner eigenen Stärke zu berauben, insbesondere seine Raketen- und Nuklearkapazitäten. Doch anstatt zur Kapitulation unter Trumps Bedingungen, führte es zu einer entschiedenen Gegenreaktion der iranischen Revolutionsgarden. Nachdem der Iran sich weigerte, nachzugeben, an seiner Haltung festhielt und sich zum weiteren Kampf bereit zeigte, kündigten die Vereinigten Staaten an, die Verhandlungen wiederaufnehmen zu wollen, um ein Abkommen mit dem Iran zu schließen. Zu diesem Zweck entsandte Washington am 11.04.2026 seinen zweithöchsten Repräsentanten, Vizepräsident Vance, nach Pakistan, um dort Gespräche mit den Iranern zu führen. Vance erklärte: „Die iranischen Unterhändler wollen ein Abkommen schließen. Präsident Trump will jedoch kein begrenztes Abkommen mit Iran, sondern einen großen Deal, der den Konflikt vollständig beendet. Wir haben in den Verhandlungen in Pakistan enorme Fortschritte erzielt. Unsere Treffen mit der iranischen Führung waren historisch; etwas Vergleichbares hat es in keiner früheren Regierung seit 49 Jahren gegeben. Ich habe mich von Angesicht zu Angesicht mit dem tatsächlich Verantwortlichen für die iranischen Angelegenheiten getroffen, und wir haben den Wunsch nach einer Einigung gespürt.“ (Fox News, 14.04.2026) Daraus ergibt sich, dass der US-Präsident mehr anstrebte, nachdem er die Zustimmung Irans zu einigen seiner Bedingungen gesehen hatte. Sein Vizepräsident sagte daher: „Präsident Trump will kein begrenztes Abkommen mit Iran, sondern einen großen Deal …“

4. Anschließend erklärte Trump die Verlängerung der Waffenruhe mit Iran auf unbestimmte Zeit, nur wenige Stunden vor dem Auslaufen der von ihm vor etwa zwei Wochen verkündeten Feuerpause, und zwar „um beiden Ländern zu ermöglichen, die Friedensgespräche fortzusetzen“, wie er es formulierte. (Aljazeera, 22.04.2026) Der Iran hingegen erklärte, man lehne Verhandlungen unter Druck ab und forderte die Aufhebung der amerikanischen Blockade seiner Häfen. Trump schrieb zudem am 20. April 2026 auf seiner Plattform Truth Social: „Operation Midnight Hammer (seine Aggression mit der zionistischen Entität im Jahr 2025) war eine vollständige und umfassende Zerstörung der sogenannten ‚Nuclear Dust‘-Standorte (gemeint ist angereichertes Uran) im Iran; daher wird dessen Bergung ein langer und schwieriger Prozess sein.“ Dies geschah, um seine Forderung abzuschwächen, das angereicherte Uran an ihn oder an eine dritte Partei zu übergeben. Inzwischen erscheint es wahrscheinlicher, dass er die Ziele seines Landes eher über Verhandlungen erreichen will, da er erkannt hat, dass ihre Verwirklichung auf militärischem Wege nicht einfach ist. Daher zeigt sich eine gewisse Flexibilität in den Positionen. Die Waffenruhe ist zeitlich nicht begrenzt, und zudem ist die Bergung der rund 441 Kilogramm auf 60 Prozent angereicherten Materials schwierig.

5. Irans Außenminister Abbas Araghchi gewährte am 13. April 2026 auf der Plattform X Einblicke in den Verlauf der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten in Pakistan, an denen er als Mitglied der iranischen Delegation teilnahm. Dabei erklärte er: „Die iranische Verhandlungsdelegation in Islamabad stand kurz vor einer Einigung, sah sich jedoch mit überzogenen Forderungen, sich ständig verändernden Zielsetzungen und Drohungen einer Blockade konfrontiert.“ Dies deckt sich mit der Aussage des Vizepräsidenten Trumps, wonach die Gespräche kurz davorstanden, zu einer bestimmten Vereinbarung zu führen, Trump jedoch weitergehende Zugeständnisse verlangte! Er will, dass der Iran kapituliert und sich – wie andere Länder der Region – in einen Staat verwandelt, der in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihm steht. So ließ er wissen: „Die iranische Führung ist verunsichert. Wenn sie Gespräche führen möchte, braucht sie uns lediglich zu kontaktieren.“ (Fox News, 25.04.2026)

6. Der Iran ist sich bewusst, wie sehr die Vereinigten Staaten – auch mit Blick auf Trumps innenpolitische Lage –eine Deeskalation ohne einen offenen Krieg benötigen. Trump möchte vermeiden, dass seine Partei bei den Kongresszwischenwahlen im November ihre Mehrheit verliert. Eine solche Niederlage würde seine Position als Präsident schwächen, da er in zahlreichen Fragen, darunter auch bei militärischen Entscheidungen, auf die Zustimmung des Kongresses angewiesen ist. Darüber hinaus könnte sich dies auf die Präsidentschaftswahlen zwei Jahre später auswirken. Hinzu kommt, dass Trump die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten berücksichtigen muss, die am 11. Juni 2026 beginnt. Vor diesem Hintergrund bemühte sich der Iran, seine Position zu stärken, und kündigte seine Bereitschaft an, sich erneut auf einen Krieg gegen die USA und deren Schützling, die zionistische Entität, einzulassen. Hier zeigt sich, dass die tragende Kraft des iranischen Systems – die Revolutionsgarden – derzeit aus eigenem Willen und eigener Entscheidung handelt und danach strebt, sich von den Vereinigten Staaten unabhängig zu machen. Dies im Gegensatz zum politischen Flügel, der eine Verständigung mit den USA anstrebt und mit ihnen zumindest als Staat, der sich in ihrem Orbit dreht und nicht als abhängiger Staat, zusammenarbeiten will.

7. Trump griff daraufhin zu einem weiteren Mittel, um Druck auf den Iran auszuüben. Am 04.05.2026 kündigte er eine Operation mit dem Namen „Projekt Freiheit“ an, die offiziell damit begründet wurde, Schiffe sogenannter neutraler Staaten zu unterstützen, die im Zusammenhang mit der Krise im Nahen Osten im Persischen Golf feststeckten und die Straße von Hormus passieren wollten. Als dieses Vorhaben jedoch nicht den gewünschten Erfolg brachte, wurde es wieder eingestellt. In den frühen Morgenstunden des 06.05.2026 kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social die Aussetzung der Operation an und schrieb: Auf Wunsch Pakistans und anderer Länder sowie angesichts der enormen militärischen Erfolge, die wir in unserer Operation gegen den Iran erzielt haben, und aufgrund erheblicher Fortschritte in Richtung eines umfassenden und endgültigen Abkommens mit den iranischen Vertretern haben wir gemeinsam beschlossen, das „Projekt Freiheit“ vorübergehend auszusetzen. Die Blockade bleibt jedoch vollständig bestehen, um zu prüfen, ob ein endgültiges Abkommen mit dem Iran möglich ist.

8. Die amerikanische Nachrichtenseite Axios berichtete am 06.05.2026 unter Berufung auf eine pakistanische Quelle, dass sich die Vereinigten Staaten und Iran einer Einigung über ein einseitiges Memorandum zur Beendigung des Krieges näherten. Demnach umfasse die Vereinbarung die Verpflichtung Irans, die Urananreicherung auszusetzen, die Zustimmung der Vereinigten Staaten zur Aufhebung ihrer Sanktionen, die Freigabe von Milliardenbeträgen aus eingefrorenen iranischen Vermögenswerten sowie die Aufhebung der von beiden Seiten verhängten Beschränkungen für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Dies untermauert, dass Trump auf einen raschen Abschluss eines Abkommens mit dem Iran drängt. Eine Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen würde die Zustimmung des Kongresses erfordern, die keineswegs gesichert wäre. Zudem wäre auch eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen mit ungewissem Ausgang verbunden; ein solcher Weg wurde bereits beschritten, ohne die angestrebten Ergebnisse zu erzielen. Ebenso erfordert sein Vorhaben, die im Golf festliegenden Schiffe im Rahmen des Projekts „Freiheit“ zu retten, einen längeren Zeitraum und ist mit erheblichen Risiken behaftet. Iran droht mit Vergeltungsmaßnahmen, wodurch gerade jene Schiffe, deren Rettung angestrebt wird, in Gefahr geraten könnten. Was auffällt ist zudem, dass Trump, der Immobilienunternehmer, darauf aus ist, möglichst rasch politisch gewinnbringende Deals abzuschließen. Dabei misst er wohl die Politik mit den Maßstäben von Handelsgeschäften!

9. US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag, er lehne die von Iran über den pakistanischen Vermittler übermittelte Antwort auf seinen Vorschlag zur Beendigung des Krieges in der Region ab. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: Ich habe soeben die Antwort der sogenannten Vertreter Irans gelesen. Sie hat mir nicht gefallen, sie ist völlig inakzeptabel. In seinem ersten Kommentar zur Ablehnung der iranischen Antwort durch Trump erklärte das iranische Fernsehen, Teherans Erwiderung auf den amerikanischen Vorschlag zur Beendigung des Krieges – den Trump als „nicht akzeptabel“ zurückgewiesen hatte – habe die grundlegenden Rechte des iranischen Volkes bekräftigt. Nach Angaben des Senders lehnte Teheran den amerikanischen Vorschlag ab, weil dessen Annahme einer Kapitulation gleichgekommen wäre. Darüber hinaus habe die iranische Antwort die Forderung nach amerikanischen Kriegsentschädigungen sowie die Bekräftigung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus enthalten. (Al-Araby Al-Jadeed, 11.05.2026)

10. Diese Antwort verärgerte US-Präsident Donald Trump, der am 12.05.2026 erklärte: „Die Waffenruhe hängt derzeit praktisch am Tropf. Es ist, als käme ein Arzt ins Zimmer und würde sagen: ‚Ihr Angehöriger hat nur noch eine Überlebenschance von etwa einem Prozent.‘ Iran glaubt, dass ich dieser Situation überdrüssig werde, dass ich das Interesse verliere oder unter Druck gerate.“ Er ergänzte: „Nachdem ich diesen Müll gelesen hatte – die Antwort, die sie uns geschickt haben –, habe ich sie nicht einmal bis zum Ende gelesen.“ (Al-Sharq Al-Awsat, 12.05.2026) Gleichwohl äußerte sich Trump später erneut und erklärte: „Wir werden sehen, wie sich die Lage im Hinblick auf Iran entwickelt. Unser Ziel ist lediglich ein gutes Abkommen. Ich glaube nicht, dass wir in der Iran-Frage auf die Hilfe irgendeines anderen angewiesen sind, und wir werden so oder so erfolgreich sein. Das Einzige, worauf es ankommt, ist, dass der Iran keine Nuklearwaffen besitzen darf.“ (Aljazeera, 12.05.2026)

11. Anschließend wurde erneut über eine Überarbeitung beziehungsweise Nachbesserung des Abkommens gesprochen. So berichtete die US-amerikanische Nachrichtenplattform Axios, wie von An-Najah News am 24. Mai 2026 wiedergegeben, unter Berufung auf einen amerikanischen Regierungsvertreter: Die Vereinigten Staaten und der Iran stehen kurz vor der Unterzeichnung eines Abkommens, das eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vorsieht. Während dieses Zeitraums soll die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Das Abkommen sieht ferner vor, dass der Iran sein Erdöl frei exportieren kann und Verhandlungen über die Begrenzung des iranischen Atomprogramms aufgenommen werden. Die Straße von Hormus soll während der 60-tägigen Frist ohne die Erhebung von Gebühren geöffnet bleiben. Zudem wird der Iran die von ihm in der Meerenge verlegten Minen räumen, um die freie Durchfahrt von Schiffen zu gewährleisten. Dem Bericht zufolge werden die Vereinigten Staaten im Gegenzug und als Bestandteil der vorgeschlagenen Vereinbarung die Blockade der iranischen Häfen aufheben und bestimmte Ausnahmen von den Sanktionen gewähren, damit der Iran sein Erdöl ungehindert exportieren kann. Weiter heißt es in dem Bericht, der Entwurf des Abkommens enthalte auch iranische Verpflichtungen, niemals den Besitz von Atomwaffen anzustreben, über eine Aussetzung seines Urananreicherungsprogramms zu verhandeln und seine Bestände an hoch angereichertem Uran abzubauen. Darüber hinaus berichtete Axios, dass die Vereinigten Staaten während der 60-tägigen Frist ebenfalls bereit seien, über eine Aufhebung der Sanktionen sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder zu verhandeln. Das Weiße Haus hat sich zu diesem Bericht bislang nicht geäußert […].

12. Die Nachrichtenagentur Al Arabiya berichtete am 29.05.2026 unter Berufung auf Reuters, dass die Vereinigten Staaten und der Iran eine Einigung über die Verlängerung der Waffenruhe erzielt hätten. Diese sehe zudem eine Lockerung der Beschränkungen für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, die Aufhebung der amerikanischen Blockade iranischer Häfen sowie die teilweise Lockerung der gegen Iran verhängten Sanktionen vor. Das Abkommen sei jedoch noch nicht endgültig ausgearbeitet. Ein solcher Schritt würde einen bedeutenden Fortschritt in Richtung eines Endes des Krieges darstellen, der die Welt in eine Energiekrise gestürzt habe. Gleichzeitig bleibe der zentrale Streitpunkt – das iranische Nuklearprogramm – zunächst ausgeklammert und solle erst in späteren Verhandlungsrunden in den kommenden Wochen behandelt werden. Vizepräsident Vance erklärte am Donnerstag: „Wir haben noch keine endgültige Einigung erzielt, aber wir sind sehr nahe dran und werden weiter daran arbeiten.“ Iran äußerte sich offiziell bislang nicht zu dem Bericht. Allerdings zitierte die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim eine dem Verhandlungsteam nahestehende Quelle mit der Aussage, der Vertragstext sei noch nicht finalisiert oder bestätigt worden. Zugleich wurde darauf verwiesen, dass es im Jahr 2015 nach jahrelangen Verhandlungen zwischen großen Expertenteams und Fachleuten zu einer Einigung über das iranische Atomprogramm gekommen war, aus der sich die USA jedoch im Jahr 2018 während Trumps erster Amtszeit wieder zurückzogen. (Al Arabiya 29.05.2026)

13. Das Weiße Haus erklärte, dass Präsident Trump kein Abkommen mit Teheran schließen würde, außer wenn alle Bedingungen erfüllt seien. Die Website Axios berichtete unter Berufung auf einen Beamten der US-Regierung, dass die Ankündigung eines Abkommens mit dem Iran einige Tage oder sogar mehr als eine Woche dauern könnte, bis Präsident Trump das erhält, was er verlangt. Dem Bericht zufolge umfassen Trumps Vorbehalte mehrere Punkte, die er im Abkommen ändern möchte, wie etwa die Öffnung der Straße von Hormus, dass die USA angereichertes Uran erhalten, sowie Änderungen am Entwurf des iranischen Atomprogramms. Die New York Times berichtete, dass Trumps neue Änderungen unter Beteiligung pakistanischer Vermittler erneut nach Teheran zurückgesandt wurden, damit sie von der iranischen Führung geprüft werden. Dabei wird auf eine weitere Verzögerung der offiziellen Ankündigung des Abkommens hingewiesen, da die direkte Kommunikation mit dem iranischen Führer Mojtaba Khamenei schwierig sei. In der Zwischenzeit setzt das US-Zentralkommando (CENTCOM) die Verschärfung der maritimen Blockade iranischer Häfen fort. (Aljazeera, 31.05.2026)

14. Unterdessen und im Zuge des Tauziehens um ein mögliches Abkommen zwischen Trump und dem Iran, setzt die zionistische Entität ihre Angriffe im Südlibanon fort:

a) Die israelische Armee teilte mit, dass sie die Burg Beaufort nach Feuergefechten unter Kontrolle gebracht habe. Die Operation sei durch intensive Feuerunterstützung der Boden- und Luftstreitkräfte begleitet worden und habe zeitgleich eine umfassende Eskalation in den Gebieten Nabatieh, dem Sluqi-Tal und dem Hujair-Tal umfasst. Dies geschah im Rahmen der Auseinandersetzungen mit der libanesischen Hisbollah im Kontext des amerikanisch-israelisch-iranischen Krieges, der Ende Februar 2026 ausgebrochen sei. (Aljzeera, 01.06.2026)

b) Die israelische Armee gab eine Evakuierungswarnung an die Bewohner der südlichen Vororte von Beirut heraus, nur wenige Stunden nachdem Premierminister Netanjahu Anweisungen zur militärischen Eskalation erteilt hatte. Das israelische Militär erklärte in einer Mitteilung am Montagnachmittag, dass sie – falls die Hisbollah weiterhin Raketen auf israelische Städte und Ortschaften abfeuere – mit Angriffen auf Ziele in den südlichen Vororten von Beirut reagieren werde. (Aljazeera, 01.06.2026)

c) Al Arabiya Net berichtete zwar am 02.06.2026, US-Präsident Trump habe in einem Telefongespräch erklärt, es sei zu einer geringfügigen Störung gekommen. Doch er habe betont, diese sehr rasch behoben zu haben. Er habe verdeutlicht, dass die Angelegenheit mit der Verärgerung Irans über die israelischen Angriffe auf den Libanon zusammenhing. Weiter sagte er: „Ich habe mit der Hisbollah gesprochen und gesagt: kein Beschuss. Ich habe mit Netanjahu gesprochen und gesagt: kein Beschuss. Daraufhin stellten beide Seiten ihre Angriffe gegeneinander ein.“ (Al Arabiya Net, 02.06.2026) Doch die zionistische Entität bezog dies nicht auf den gesamten Libanon, sondern lediglich auf die südlichen Bezirke von Beirut, während die Angriffe auf den Südlibanon weitergingen - selbstverständlich mit dem grünen Licht des US-Präsidenten, denn dem Willen Trumps kann sich die Entität nicht widersetzen. Dementsprechend gingen die Angriffe auf den Südlibanon weiter: Unter der Überschrift „Unsere Position in Israel wird sich nicht ändern“ hieß es seitens Netanjahu: „Ich habe Trump mitgeteilt, dass unsere Streitkräfte Beirut angreifen werden, falls die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel nicht einstellt.“ Laut einer Mitteilung seines Büros sagte er weiter: „Unser Standpunkt in dieser Angelegenheit hat sich nicht geändert. Gleichzeitig wird das israelische Militär seine Operationen im Südlibanon wie geplant fortsetzen.“ (Independent Arabia, 02.06.2026) Die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon gingen in der Nacht weiter, obwohl Trump verkündet hatte, dass beide Seiten einem Stopp der Kampfhandlungen vor einer neuen Verhandlungsrunde zwischen dem Libanon und Israel zugestimmt hätten, die heute in Washington stattfinden soll. (BBC, 02.06.2026)

15. Aus der Chronologie dieser Ereignisse und den daraus resultierenden Entwicklungen lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:

a) Es zeigt sich, dass zwischen dem Iran und den USA weiterhin ein Bruch besteht und es derzeit keinerlei Koordination untereinander für ein gemeinsames Vorgehen in der Region gibt, wie es früher der Fall war, als sich der Iran im US-Orbitbefand. Insbesondere deshalb, weil heute die Revolutionsgarden im Iran das Sagen haben. Diese drängen auf Unabhängigkeit, also darauf, nicht in die amerikanische Einflusssphäre zurückzukehren. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden sie auch weiterhin die Kontrolle über die Herrschaft innehaben, da ihnen die entscheidende Rolle bei der Auswahl des neuen Obersten Führers Mojtaba zukam. In entscheidenden Herrschaftsfragen, wie Krieg oder der Niederschlagung innerer Aufstände, stützt sich der neue Oberste Führer auf sie, um seine Herrschaft zu sichern. Obwohl die „politische Kaste“ im Iran weiterhin existiert – etwa in Gestalt des Staatspräsidenten, des Außenministers und des Parlamentspräsidenten –, strebt diese höchstens danach, dass der Iran sich wieder im amerikanischen Orbit bewegt. Ihr tatsächlicher Einfluss reicht jedoch nicht aus, um den Revolutionsgarden entgegenzutreten.

b) Demgegenüber ist es den USA bislang nicht gelungen, das iranische Regime in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen, wie andere Vasallenregime in den Ländern der Muslime. Trotzdem beharrt Trump darauf, dass das iranische Regime sich in ein Abhängigkeitsverhältnis ihm gegenüber begibt und nicht bloß in seinem Orbit kreist, wie es bislang der Fall war, wenngleich er damit scheiterte. Denn er will vom Iran alles, also die vollständige Umsetzung seiner Forderungen zu 100 %, nicht bloß 90 oder 95 %, wie er selbst sagt: „Ich will keine 90 % und keine 95 %. Ich habe ihnen gesagt, ich will alles.“ (TV Lebanon, 12.04.2026) Am Mittwoch, dem 03.06.2026, erklärte er nun: „Die Lage in Bezug auf den Iran entwickelt sich schnell und wird sehr gut sein“, bevor er hinzufügte, dass der Iran zugestimmt habe, keine Atomwaffen zu besitzen. (Al Arabiya, 03.06.2026) Obwohl Trumps Aussagen nicht als besonders präzise gelten, auf die man sich zuverlässig stützen könnte, spiegeln sie seine offizielle Haltung wider: Er möchte den Iran als einen ihm gegenüber gefügigen Vasallenstaat haben, der sich ihm nicht widersetzt, trotz der Misserfolge, die er erlebte hat! Und um dieses Scheitern zu überdecken, spielt er mit Formulierungen, bringt immerzu Entwürfe möglicher Abkommen ins Spiel und lehnt sie anschließend wieder ab – ein Muster, das sich ständig wiederholt!

c) Was jedoch Trump und seinesgleichen unter den kolonialen Ungläubigen das Rückgrat brechen wird, noch ehe sie es wagen, an eine Aggression gegen die islamischen Länder zu denken, und was jeden Ungläubigen dorthin zurückkehren lässt, woher er gekommen ist – sofern er dann überhaupt noch eine Heimstätte haben wird –, ist die Wiedererrichtung des rechtgeleiteten Kalifats. Dieses wird mit der Erlaubnis Allahs und Seiner Verheißung zurückkehren:

﴿وَعَدَ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا مِنْكُمْ وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَيَسْتَخْلِفَنَّهُمْ فِي الْأَرْضِ

Verheißen hat Allah denen, die von euch glauben und gute Werke tun, dass Er sie gewiss zu Nachfolgern auf Erden machen wird. (24:55)

Auch wird es gemäß der Frohbotschaft Seines Gesandten zurückkehren, die sichnach der Zeit der Gewaltherrschaft, in der wir leben, erfüllen wird. So berichtet Aḥmad von Ḥuḏaifa, der sagte: Es sprach der Gesandte Allahs :

«... ثُمَّ تَكُونُ مُلْكاً جَبْرِيَّةً فَتَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ خِلَافَةً عَلَى مِنْهَاجِ النُّبُوَّةِ. ثُمَّ سَكَت»

„[…] Sodann wird eine Gewaltherrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen lässt, dann wird Allah sie aufheben, wenn er sie aufheben will. Sodann folgt ein Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums.“ Dann schwieg er.

Es wird also einen Kalifen geben, hinter dem man kämpft und durch den man geschützt wird, sodass der Islam und die Muslime zu Größe gelangen, während der Unglaube und die Ungläubigen erniedrigt werden.

﴿وَيَوْمَئِذٍ يَفْرَحُ الْمُؤْمِنُونَ * بِنَصْرِ اللَّهِ يَنْصُرُ مَنْ يَشَاءُ وَهُوَ الْعَزِيزُ الرَّحِيمُ

An jenem Tage werden die Gläubigen sich freuen – über den Sieg Allahs. Er steht bei, wem Er will; und Er ist der Allmächtige, der Barmherzige. (30:4-5)

17. Ḏūl-Ḥiğğa 1447 n. H.
03.06.2026
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