Media Office
Zentrales Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
| H. 16 Safar 1448 | No: 1448AH/021 |
| M. Donnerstag, 30 Juli 2026 |
Presseverlautbarung
Das Volk Palästinas ist zwischen der Unterdrückung der Besatzung und der Unterdrückung ihrer Siedlerbanden gefangen. Wann wird sich die Ummah vereinen und mit ihren Armeen aufstehen, um sie zu befreien?!
(Übersetzung)
Seit Freitag, dem 24.07.2026, verhängen die Besatzungstruppen eine militärische Belagerung über verschiedene Gebiete im nördlichen Westjordanland. Diese Belagerung wird einerseits durch eine erhebliche Verschärfung der Maßnahmen an ortsfesten und mobilen militärischen Kontrollpunkten durchgesetzt, andererseits durch kontinuierliche Razzien in Dörfern und Städten, die die Bewegungsfreiheit der Einwohner vor Ort lahmlegen. Insbesondere die Stadt Nablus steht seit den blutigen Ereignissen, die aus dem Angriff von Siedlern auf das Dorf Tell südwestlich der Stadt am Freitag, dem 24.07.2026, resultierten, unter militärischer Kontrolle. Diese Kontrolle verschärft das Leid der Menschen in diesen Gebieten. Die Maßnahmen begannen bereits wenige Stunden nach dem Massaker von Tell, wobei sich Kontrollpunkte, Razzien und Verhaftungen zunächst auf das Gebiet um Nablus konzentrierten. Der Umfang der Operationen weitete sich jedoch rasch aus und umfasste nun auch eine Kampagne in Dörfern entlang der Grünen Linie sowie den Abriss von Häusern und Gebäuden in verschiedenen Gebieten.
Unter dem Schutz der Besatzungstruppen führen Siedlerbanden einen hemmungslosen Feldzug und organisierte brutale Verbrechen gegen die Bevölkerung des gesegneten Landes durch. Sie töten, verbrennen Häuser und Eigentum, vertreiben Menschen aus ihren Häusern und bemächtigen sich dieser, planieren ihr Land mit Bulldozern, entwurzeln Bäume und Ernten, errichten Siedlungsaußenposten auf diesem Land, stehlen oder töten Vieh, verbrennen Moscheen und schreiben rassistische Parolen an deren Wände, schänden die Masra, den Ort der Nachtreise unseres Propheten (saw), und halten dort ihre Gebete ab, tanzen und singen in dessen Innenhöfen. All dies geschieht mit Unterstützung von Netanjahus rechtsextremer Regierung mit dem Ziel, die Menschen des gesegneten Landes zu vertreiben. Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurden seit Anfang 2026 mehr als 1 330 Vorfälle dokumentiert, an denen Siedler im Westjordanland beteiligt waren. Den Daten des Amtes zufolge wurden seit Jahresbeginn bis zum vergangenen Samstag 77 Palästinenser, darunter 18 Kinder, durch die Besatzungstruppen oder Siedler getötet. Seit dem vergangenen Donnerstag wurden mindestens 8 Palästinenser, darunter ein Kind, getötet. Das OCHA-Büro teilte mit, dass Häuser, Moscheen, Bäume und landwirtschaftliche Einrichtungen in Brand gesetzt oder verwüstet wurden, von denen einige vollständig zerstört wurden, während mindestens 10 Familien aufgrund der jüngsten Gewaltwelle zur Flucht gezwungen wurden. Diese Regierung lässt den Siedlern bei der Begehung ihrer Verbrechen freie Hand und erlässt ihrerseits rassistische und ungerechte Gesetze und begeht brutale Massaker an der Bevölkerung des gesegneten Landes im Westjordanland, im Gazastreifen und in Al-Quds. Dazu gehören Tötungen, Inhaftierungen, Landenteignungen, die Errichtung von Barrieren und Toren sowie der Abriss von Häusern und Einrichtungen. Laut der palästinensischen Kommission gegen die Mauer und den Siedlungsbau führte die jüdische Entität nach einem am 9. Juli veröffentlichten Bericht in der ersten Hälfte dieses Jahres 341 Abrissaktionen durch, bei denen 740 palästinensische Einrichtungen zerstört wurden und 923 Palästinenser betroffen waren. Zudem erließ sie unter dem Vorwand des Bauens ohne Genehmigung 254 neue Abrissverfügungen (Al Jazeera Net).
Kollektivstrafen, brutale Verbrechen und Angriffe haben die Schlinge um die Bevölkerung des gesegneten Landes immer enger gezogen und ihr unzählige Formen des Leidens und der Qual zugefügt. Hunderte von Familien sind obdachlos geworden, nachdem ihre Häuser abgerissen wurden, während andere ihre Einkommensquelle verloren haben, nachdem ihre Geschäfte, Industrie- und Gewerbeeinrichtungen zerstört, ihre landwirtschaftlichen Flächen beschlagnahmt oder ihre Ernten verbrannt wurden. Viele Kinder wurden daran gehindert, die Schule zu besuchen, insbesondere in den Gebieten Masafer Yatta und Al Aghwar (Jordan-Tal). Die Menschen leben nun in einem riesigen Gefängnis im Schatten von Kontrollpunkten und Absperrungen, ganz zu schweigen von der Abriegelung der Straßen zu Städten und Dörfern sowie den Demütigungen und dem Leid, das sie an diesen Kontrollpunkten und Toren erdulden müssen. Inmitten der anhaltenden Belagerung und der Militäroperation im Norden des Westjordanlands, insbesondere in und um Nablus, sagte Ghassan Hamdan, der Leiter der medizinischen Nothilfe im Gouvernement Nablus: „Die Berichte der Rettungssanitäter und ihrer Begleiter sind erschreckend geworden.“ Er erklärte, dass die Besatzungssoldaten Krankenwagen nicht mehr nur für einige Minuten aufhalten, wie es früher der Fall war, sondern sie nun stundenlang festhalten – begleitet von Beleidigungen, Durchsuchungen und dem Zwang für Patienten, darunter auch Schwangere, aus den Krankenwagen auszusteigen. Zudem erwähnte er die gelegentliche Beschlagnahmung von Fahrzeugschlüsseln und betonte, dass man solche Praktiken „selbst in den ersten Monaten nach dem 7. Oktober 2023 nicht in dieser Form erlebt“ habe.
Die Krise beschränkt sich nicht nur auf schwangere Frauen. Hamdan bestätigt, dass militärische Beschränkungen den Zugang zur medizinischen Versorgung für Dutzende von Patienten beeinträchtigt haben, darunter Nierendialysepatienten und Notfälle. Medienberichten zufolge waren fünf schwangere Frauen aus dem Gouvernement Nablus aufgrund von Militärkontrollpunkten und der verhängten Belagerung gezwungen, unter ungewöhnlichen Umständen zu entbinden. Eine dieser Frauen brachte ihr Kind in einem Fahrzeug zur Welt, während die anderen in Krankenwagen oder unzureichend ausgestatteten Gesundheitszentren entbanden, da die Besatzungstruppen ihnen die Durchfahrt durch die Nablus umgebenden Militärkontrollpunkte verwehrten. Unterdessen verlor eine Frau aus der Stadt Qaryut südlich von Nablus ihr Kind, nachdem sie von der israelischen Armee am Militärkontrollpunkt Awarta südlich der Stadt festgehalten worden war, wodurch ein Krankenwagen sie nicht erreichen konnte. Die Frau war im sechsten Monat schwanger und litt unter starken Blutungen. Trotz ihres kritischen Zustands wurde sie einer gründlichen Durchsuchung unterzogen. Die Besatzungstruppen ließen den Krankenwagen erst nach mehr als einer halben Stunde passieren; zu diesem Zeitpunkt konnten die Ärzte die Frau nach ihrer Ankunft im Krankenhaus retten. Für den Fötus kam jede Hilfe jedoch zu spät – er starb drei Monate vor der Geburt.
O muslimische Ummah: Die Juden sind übermächtig geworden und verüben vor euren Augen und Ohren Massaker und abscheuliche Verbrechen an den Menschen des gesegneten Landes im Westjordanland, in Gaza und in Al-Quds. Sie werden belagert und erwürgt, eure Augen wurden starr vor Entsetzen und eure Herzen stiegen euch wegen dieser Verbrechen bis in den Kehlkopf. Wie lange wollt ihr noch schweigen und sie im Stich lassen?! Wartet ihr darauf, dass die Masra, der Ort der Nachtreise eures Propheten (saws), abgerissen und durch ihren angeblichen Tempel ersetzt wird?! Wartet ihr darauf, dass die Menschen des gesegneten Landes vollständig ausgeweidet werden?! Oder wartet ihr darauf, dass es den Juden gelingt, ihren Plan zu ihrer Vertreibung umzusetzen?!
O Herr, hilf dem palästinensischen Volk. O Herr, schenke uns Anhänger wie die Anhänger des Gesandten Allahs (saw), durch die der Din gestärkt, die Länder befreit und den Unterdrückten der Sieg zuteil wird. O Allah, wir rufen Dich an mit dem Gebet des Führers der Ansar, Saad ibn Muadh: „O Allah, lass mich nicht sterben, bevor meine Augen sich an Deiner Strafe über die Banu Qurayza erfreuen.“ O Allah, lass uns nicht sterben, bevor unsere Augen sich an Deiner Strafe über die Nachkommen der Banu Qurayza, ihre Unterstützer und ihre Herren erfreuen.“
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