- |
بسم الله الرحمن الرحيم
Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen
Nachricht und Kommentar
Frankreich richtet seinen Blick auf die anglophonen Staaten, um seinen Einfluss zurückzugewinnen.
Nachricht:
Frankreich richtete vom 11. bis 12. Mai 2026 in Nairobi (Kenia) den zweitägigen Gipfel „Africa Forward“ aus. Den Abschluss bildete die Verabschiedung der Nairobi-Erklärung, die eine Neuausrichtung der französisch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen, die Förderung des industriellen Wachstums sowie eine stärkere Mitsprache Afrikas in den globalen Finanz- und politischen Institutionen zum Ziel hat.
Kommentar:
An dem Gipfel nahmen rund 30 Staats- und Regierungschefs, Vertreter internationaler Organisationen sowie mehr als 1.500 führende Unternehmer und weitere Teilnehmer teil. Frankreich kündigte zudem Investitionen in Höhe von 27 Milliarden US-Dollar (20 Milliarden Pfund Sterling) in Afrika an. Die Mittel sollen in den Bereichen Energie, digitale Technologien, Künstliche Intelligenz, Meereswirtschaft und Landwirtschaft eingesetzt werden.
Präsident Macron erklärte: „Afrika ist der jüngste Kontinent der Welt […] und benötigt Investitionen, um wirtschaftlich eigenständiger zu werden.“ Er fügte hinzu: „Wir sind nicht nur hier, um gemeinsam mit Ihnen in Afrika zu investieren. Wir brauchen auch afrikanische Unternehmer, die in Frankreich investieren.“ Während des Gipfels kam es zu Protesten von Antikolonialisten; einige Demonstrierende verbrannten sogar französische Flaggen. Zudem löste Macron im Konferenzsaal verärgerte Reaktionen aus, als er sich damit rühmte, Frankreich gehöre zu den „wahren Unterstützern der afrikanischen Einheit“.
Erst nach zehn Jahren wurde der erste französisch-afrikanische Gipfel außerhalb Frankreichs beziehungsweise außerhalb der frankophonen Staaten Afrikas abgehalten. Dies ist das Ergebnis der intensiven Bemühungen Frankreichs, seinen Einfluss außerhalb seiner traditionellen Hochburgen zurückzugewinnen.
Die Stellung Frankreichs hat ist zunehmend schwächer geworden. Sein Einflussbereich ist infolge seiner Marginalisierung und der zunehmenden Dominanz der Vereinigten Staaten erheblich geschrumpft und tiefgreifenden Veränderungen unterworfen. Aus den frankophonen Staaten Afrikas – insbesondere den Ländern der Sahelzone – wurde Frankreich weitgehend verdrängt. Dort haben Militärjuntas die zuvor Paris nahestehenden zivilen Regierungen gestürzt, die sich ihrerseits den Vereinigten Staaten angenähert hatten.
Der Gipfel in einem anglophonen Land kann – im weiteren Sinne – als französische Rettungsmission verstanden werden, nachdem Frankreich seinen Einfluss in Westafrika, insbesondere in seinen rohstoffreichen traditionellen Einflussgebieten wie Mali, Niger und Burkina Faso, weitgehend verloren hat.
Paris bleibt nichts anderes übrig, als in anderen Teilen Afrikas eine Strategie inszenierter Demut zu verfolgen, um den Kontinent erneut zu kolonialisieren, seine Ressourcen zu plündern und ihn wirtschaftlich auszubeuten.
Diese Szenerie verweist auf das Scheitern des kapitalistischen Systems ebenso wie auf die kolonialistische Gier nach den natürlichen Ressourcen der Entwicklungsländer. Noch schwerer wiegt jedoch, dass der schmachvolle Aspekt dieses Zustandes unserer islamischen Umma anzulasten ist. Allah hat sie mit einer starken Ideologie ausgestattet, das fähig ist, den Kapitalismus und die Ausbeutung in den islamischen Ländern und darüber hinaus grundlegend zu beenden. In Abwesenheit einer islamischen Herrschaft sind einige Entwicklungsländer den Kolonialmächten vollkommen ausgeliefert – nicht aus freiem Willen, sondern teils aufgrund harter Auflagen, teils mangels einer verlässlichen und starken Alternative.
Während die kapitalistischen Kolonialmächte alle Anzeichen eines Niedergangs zeigen, ist für die Muslime die Zeit gekommen, das rechtgeleitete Kalifat zu errichten, um die islamische Umma und die schwachen Entwicklungsländer zu retten.



